Drehorgel Marke Ariston
Leierkastenmann Thomas Wenzel

 

Die Drehorgel

verschiedene Ariston - DrehorgelnMeine Drehorgel stammt aus der Werkstatt von Herrn Blüml in Grassau, es handelt sich bei meinem Instrument um eine Sonderanfertigung mit mehrfach verstellbarer Lautstärke und doppelten Baßstimmen, damit ich sowohl in kleineren Räumen als auch in Sälen oder auch im Freien die Lautstärke den Wünschen meiner Zuhörer anpassen kann.

Das "Ariston" ist ein klangvolles Instrument, zu dessen Repertoire der Wiener Walzer oder Polkas, Märsche und alte deutsche Lieder ebenso gehören, wie ein Choral von Johannn Sebastian Bach, alte Schlager oder neuerdings ein Song von Stevie Wonder. Als Tischdrehorgel paßt es zu feierlichen Anlässen oder Festen, sowie zum Singen alter Moritaten und Lieder, eignet sich aber auch zum Umhängen auf der Straße, was schon alten Gemälden zu entnehmen ist.

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Die Drehorgel "Ariston" war eine der beliebtesten mechanischen Drehinstrumente, die zwischen 1880 und 1910 zu zigtausenden in Leipzig hergestellt wurden.


Geschichte

Im Jahre 1876 begann Paul Ehrlich in seiner Werkstatt in Gohlis bei Leipzig mit dem Bau von Orchestrions, jenen Musikinstrumenten, die von den Jahrmärkten als selbstspielende ‚Orchester' bekannt sind, und erhielt bereits 1877 das Patent Nr. 564 mit dem Titel "Einrichtung an mechanischen Musikwerken", in der von der Verwendung eines endlosen, um zwei oder mehr Walzen gelegten Bandes mit Einschnitten die Rede ist, in welche tonauslösende Hebel eingreifen.
Drei Jahre später entstand aus seiner Werkstatt die Aktiengesellschaft "Fabrik Leipziger Musikwerke, vormals Paul Ehrlich & Co".

Als Nachfolger von kleineren Orchestrions, sogenannten Orchestrionetten entstand schließlich 1882 das Modell "Ariston". Es gehört zur Familie der Organetten und wurde mit seinen 24 Tonstufen und den kreisförmigen Notenscheiben in Form von Lochplatten die erfolgreichste Tischdrehorgel. Aufgrund des niedrigeren Kaufpreises bot es erstmalig die Möglichkeit, sich ein eigenes kleines Orchestrion in die Wohnung zu stellen. Zu dieser Zeit wurden in Leipzig ca. 460.000 Instrumente verkauft, der Plattenkatalog umfaßte 4000 verschiedene Liedertitel.

die Drehorgel in zeitgenössischer Darstellung
Zeitgenössische Darstellung (die Drehorgel steht auf dem Tisch), F.v.Defregger, um 1890

Vollbild 800 x 610 Pixel


TechnikTechnik der Ariston Drehorgel

Das "Ariston" gehört wie die Mund- oder Zieharmonika zu den Tonzungen-Instrumenten. Beim Drehen der Kurbel dreht sich die Platte, in deren Lochung ein Tastfinger springt, der mittels kleiner Hebel das Venil der Metallzunge öffnet, die, vibrierend durch die aus dem Blasebalg einströmende Luft, den Ton erzeugt.

Die Lochplatten werden mit Hilfe einer kleinen von Hand bedienbaren Stanz-Maschine ebenfalls selbst hergestellt. Sie sind aus Hartpappe und haben einen Durchmesser von 33 Zentimetern. Herr Blüml´s Archiv der Notenscheiben umfaßt etwa 350 Titel der damals für die "Ariston" arrangierten Musikstücke, und es sind inzwischen einige bekannte Melodien in eigenen Arrangements hinzugekommen.

Mein Plattenvorrat umfasst zur Zeit etwa 90 gut arrangierte Titel, zu denen ich zum Teil auch singe.

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In der Drehorgelwerkstatt Blüml in Grassau, Tel.: 08641 1457 wird das "Ariston" in sorgfältiger Handarbeit aus zirka 500 Einzelteilen in verschiedenen Ausführungen originalgetreu nachgebaut.

 

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